Der ideale Mann

Das Alleinsein satt und auf der Suche,

nach einem Mann so stark wie eine Buche.

Im Internet ein Foto stand,

darauf wirkte er  charmant.

 

Zudem war er gut situiert,

hatte Philosophie studiert.

Ein paar Jährchen jünger schien er auch,

allerdings mit  runden Bauch.

 

Handwerklich war er eine Niete,

aber ein Mann mit hoher Rendite.

Doch einen Mann mit zwei linken Händen,

wäre nichts in meinen vier Wänden.

 

Jetzt wurde es mir langsam klar,

zwei Männer wären wunderbar.

Einen Mann fürs Feine im Leben,

einen Mann fürs Grobe daneben.

Fassade

Wir lernten uns kennen vor einem Jahr,

bei Schampus, Hummer und Kaviar.

Sehr schnell wurde mir bewusst,

du bist kein allzu großer Verlust.

 

Dein Lebensstil ist nur Fassade,

ist eine leere Maskerade.

Nach außen der erfolgreiche Mann,

der nicht mit Geld umgehen kann.

 

So kam es wie es kommen muss,

ich machte einfach mit dir Schluss.

Die erotische Stimme

Die Erotik in seiner Stimme,

nahm mir all meine Sinne.

Ich träumte von ihm in der Nacht,

freute mich auf den Abend um acht.

 

Im Restaurant saß ich auf der Lauer,

über meinen Rücken lief ein Schauer.

 

Ich sah ihn kommen den Rosenkavalier,

er nahm jeden Tisch ins Visier.

Meinen Kopf drehte ich schnell zur Seite,

lies fallen die Rose und suchte das Weite.

 

Ein Männlein zart und klein

soll die erotische Stimme sein?

Das alte Haus

 Das alte Haus mit der hohen Hecke gibt es noch immer,

zu sehen auf dem vergilbten Foto in meinem Zimmer.

Ganz allein sitze ich hier in der tristen Umgebung,

abgeschoben ohne Liebe und Zuwendung.

 

Auch ich war einmal eine hübsche Frau,

hatte eine Familie und die Welt strahlte himmelblau.

Oft denke ich zurück an die Zeit in unserem Haus,

weinend wache ich auf und nähme am liebsten Reißaus.

 

Unser Haus war einmal voller Leben,

Neid und Missgunst hat es nicht gegeben.

Kinder gingen lärmend ein und aus,

gerne kamen Freunde zu uns nach Haus.

 

Das Weihnachtsfest feierte man zusammen,

die ganze Familie saß fröhlich beisammen.

Alles ist nun Vergangenheit, keiner ist mehr da,

der sich kümmert um mich, die Großmama.

 

Lieber Gott, hab Erbarmen mit mir,

und sag: Was soll ich noch hier?